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FURIA :: Piece Of Paradise :: VÖ: 24.11.06
01.11.2006 - 09:01

FURIA
Piece Of Paradise



„Furia, bzw. Furiae nennt man die drei Rachegöttinen der römischen Mythologie, den griechischen Erinyen entsprechend. ‚Die Rasenden’, wie sie auch genannt werden, leben in der Unterwelt und verkörpern den neidvollen Zorn und die Vergeltung.“

Unsere Furien, die vier Damen aus dem norwegischen Dörfchen Os in der Nähe von Bergen, der kreativen Wiege des Landes, hatte es nach Kalifornien verschlagen. In einem Tonstudio im Holzfällerstädtchen Weed wollten sie sich, nach dem Abgang von Trommlerin Agathe, die sich mit einem Black Metal-Helden vermutlich für immer in die Berge verzog, besinnen, zueinander finden, den ersten Rummel verdauen und vor allem: eine neue Platte aufnehmen!
„Wir haben wirklich mit dem Gedanken gespielt, die Band aufzulösen“, so Bassistin Maya. „Dann fanden wir die Idee aber zu albern, weil wir schon reichlich Stücke für ein neues Album fertig hatten.“ Zu schade wäre es gewesen, nach den guten Kritiken für ihre beiden Veröffentlichungen „Furia“ (EP, 2002) und „…And Then We Married The World“ (2003). Doch letztlich gaben ihre damaligen Erfahrungen, vor allem an die Supporttour mit Lenny Kravitz, den Ausschlag, selbstbewusster in den Musikzirkus zurückzukehren, den sie eigentlich nie verlassen hatten: „Wir haben uns aus Angst vor Lenny beinahe in die Hosen gemacht, aber als wir dann vor Tausenden Leuten auftraten, war es unglaublich. Lenny wollte, dass wir noch weitere Konzerte spielen, aber das hat nicht geklappt.“

Neben den Shows gab es selbstverständlich allerlei Zerstreuung, wie wilde Parties oder Limofahren durch die Großstädte und so ist es kaum ein Wunder, dass die Rückkehr in den Band-Alltag schwierig wurde. Per Email schickten sie sich Songskizzen, die erst kurz vor der Reise nach Kalifornien gemeinsam geprobt wurden, die Anzahl der drohenden Nervenzusammenbrüche konnte somit gering gehalten werden: „Diese Arbeitsweise erwies sich als weitaus besser für uns“, erklärt Gitarristin Solvor. „Es fiel uns fiel leichter, unsere musikalischen Vorstellungen umzusetzen.“

Schließlich, auf einer Farm in Weed, CA, erwartete sie eine Fachfrau in Sachen Rock-Recording: Sylvia Massy, in Ehren durch ihre Produktion für Tool („Undertow“, „Opiate“ EP), und Engineer und Mixer von Songs solch illusterer Bands und Künstler wie Sevendust, System Of A Down, Deftones, Red Hot Chili Peppers, Skunk Anansie, Johnny Cash, REM oder Prince. An welchen Dramen sich unsere vier Frauen, inzwischen durch Freund und Schlagzeuger Tomas Pettersen alternativ verstärkt, inmitten größter Langeweile und Tiergestank abarbeiteten, ist nur noch anhand Aussagen wie „Wir hatten Sehnsucht nach Hause.“, „Wir weinten.“ oder „Wir drangen immer tiefer in uns selbst ein.“ nachzuvollziehen. Wichtig ist allein das Ergebnis: „Piece Of Paradise“.

Mit dem kräftigen „One By One“ beginnt ein kompaktes Rockalbum, mit deutlichen Popanleihen, welches bis zur ersten Single „Piece Of Paradise“, einem Mid-Tempo-Ohrwurm, stetig an Eingängigkeit gewinnt. Vortrefflich bilden härtere Gitarrenparts den Gegenpol zu sensiblen Lyrics, in denen Stine Kobbeltvedt die Palette ihrer emotionalen Regungen durchlebt. Den ruhigeren Teil ihres Zweitlings bestreiten die Songs „Close To Fall Apart“ und „Goodbye Sweet Sorrow“, bevor er mit „Loose Ends“ und „Slightly Driftin’“ wieder Tempo aufnimmt. Insgesamt geling Furia der Spagat zwischen Tiefgründigkeit und Exaltiertheit ganz hervorragend, gleichzeitig setzen sie Effekte durch charmante Melodien, die von rauen Riffs umgeben sind.
Mit „Piece Of Paradise“ ist Furia mehr als eine selbstbewusste Weiterentwicklung gelungen. Die beachtliche Konsequenz ihres aktuellen Schaffens ist auf der Höhe des momentanen internationalen Rock/Pop-Standards.

Furia: Stine Kobbeltvedt (v), Kirsti Kobbeltvedt (g), Solvor Hunshamar (g), Maya Brit Vik (b);

Format: Compact Disc
VÖ: 24.11.06

Tracks:
1. One By One
2. Wicked Smile
3. Piece Of Paradise
4. Close To Fall Apart
5. Soulless Streets
6. Goodbye Sweet Sorrow
7. Loose Ends
8. Slightly Driftin'
9. Underneath My Skin
10. Maybe/She Said
11. She Said

© EMI Music / Labels


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